Seit dem 9. Juni 2012 ist es wieder soweit, die dOCUMENTA 13 hat begonnen und zieht Kunstinteressierte aus der ganzen Welt nach Kassel. Und natürlich muss eine Ausstellung für zeitgenössische Kunst auch mit zeitgemäßen Merchandise-Artikeln aufwarten.

 

Thermobecher: Merchandise der dOCUMENTA 13

Wie nicht anders zu erwarten, konnten die Marketing-Verantwortlichen daher auch gar nicht anders als einen dOCUMENTA 13 Thermobecher mit in das Sortiment aufzunehmen. Wenn ich ehrlich bin, habe ich die beiden Ausführungen bereits vor zwei Wochen in der Haushaltswarenabteilung des Kasseler Kaufhofs gesehen. Da aber weder die Modelle an sich noch das Design besonders außergewöhnlich waren, hatte ich bis dahin keine Idee für einen informativen Artikel.

 

documenta Thermobecher aus Sicht der lokalen Presse

 


In der Ausgabe der HNA (Hessisch Niedersächsische Allgemeine) vom 25.07.2012 bin ich dann aber über einen Artikel gestolpert, der mich geradezu angefleht hat die „Doppelwandige Porzellantasse im „To-Go“ Look, mit Silikonband zum Schutz vor Hitze“ etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Der Autor „Matthias Lohr“ beschreibt in seinem Artikel sehr sympathisch und anschaulich wie er bzw. seine Frau auf den „Kaffeebecher“ gekommen ist, worin die Schwachstelle dieses Merchandise-Produktes besteht und welche Konsequenz die Schwachstelle für ihn und seine Frau hat.

 

 

1. Design

„Meine Frau hat sich gleich auf den ersten Blick in ihn verliebt. Er stand so unschuldig im Kaufhaus, war sehr sexy für einen Kaffeebecher und trug das Logo der documenta 13.“ Mit diesen Worten beginnt der Artikel über den documenta Thermobecher und steht damit stellvertretend für den Erstkontakt von vielen Thermobecher-Neulingen mit ihrer neuen Liebe. Wie man sehen kann, handelt es sich um einen Thermobecher aus Keramik in Standard-Ausführung.

Was ihn zu einem Topseller innerhalb des documenta Merchandise gemacht hat, ist aus meiner Sicht das schlichte Design mit dem diese Thermobecher daher kommt … natürlich in Kombination mit dem Logo der dOCUMENTA 13.

 

2. Schwachstelle

„Leider tropfte der Becher unten aus einem unscheinbaren kleinen Loch. Wir tauschten ihn um, aber auch der nächste war nicht ganz dicht.“ Dabei handelt es sich um eine klassische Schwachstelle von doppelwandigen Thermobechern aus Keramik. Um Missverständnisse zu vermeiden, nicht das Loch ist die Schwachstelle, sondern die Doppelwand eines Thermobechers aus Keramik.

Die Hersteller verweisen bei Anfragen immer darauf, dass dieses Loch zum Druckausgleich dient. Nach vielen Tests mit ein- und doppelwandigen Thermobechern aus Keramik können wir das bestätigen. Da es sich bei Keramik um ein sehr stabiles aber auch starres Material handelt, könnte der Becher durch die Ausdehnung der Luft im Zwischenraum platzen.

Die Anbieter „hochwertiger“ Thermobecher unterbinden das Tropfen, in dem ein Silikonpfropfen mitgeliefert wird. Leider scheint dieser dem documenta Thermobecher zu fehlen. Wir haben dieses Phänomen in unserer Rubrik „Thermobecher Test“ ausführlich besprochen.

 

3. Konsequenz

„Egal, er ist jetzt unser Lieblingskunstwerk.“ Einverstanden! Wer Thermobecher als Kunstwerke bezeichnet, rennt bei mir offene Türen ein. Und dieser dOCUMENTA 13 Thermobecher gehört auf jeden Fall zu den ansprechenden Modellen seiner Art.

 

FAZIT

Ob es wirklich egal ist, wenn der eigene Thermobecher tropft, muss jeder selbst für sich entscheiden. Wer seinen Thermobecher regelmäßig benutzt, wird damit nicht einverstanden sein. Ein, zwei oder drei feuchte Flecken auf Hose, Rock, Hemd oder Bluse machen sich morgens im ersten Meeting in der Regel nicht so gut. Außerdem gilt es zu beachten:

  • Dringt das Spülwasser unter Druck (Spülmaschine) in den Thermobecher ein, enthält es Reinigungsmittel die zu Flecken auf der Kleidung führen können.
  • Wenn der Zwischenraum regelmäßig nass oder feucht ist und nicht trocknet, stellt er ein wunderbares Biotop für alle möglichen Keime dar. Diese sollten zwar nicht in den Innenbecher gelangen, können aber zu unerwünschten Gerüchen führen.

 

Über die documenta

Die documenta ist die weltweit bedeutendste Reihe von Ausstellungen für zeitgenössische Kunst. Sie findet alle fünf Jahre in Kassel statt (ursprünglich alle vier Jahre) und dauert jeweils 100 Tage.

Die erste documenta wurde 1955 veranstaltet und geht auf die Initiative von Arnold Bode zurück. Die letzte documenta, die documenta 12, fand vom 16. Juni bis zum 23. September 2007 statt.

Die dOCUMENA 13 beginnt am 9. Juni 2012 und endet am 16. September 2012. Die documenta wird auch als Museum der 100 Tage bezeichnet.